Die Vögel fangen an, lauter zu zwitschern, die Sonnenstrahlen gewinnen an Kraft und Windböen sind nicht mehr ganz so eisig, Krokusse stecken ihre Köpfe aus dem Boden. Der Frühling kommt, erst langsam und dann mit Wucht – und Windhund und Mensch ist gefühlt der Stecker gezogen. Statt Energie und Tempo Müdigkeit, Trägheit und Lustlosigkeit.
Nun sind Windhunde im Haus durchaus für ihre Faulheit bekannt: So reaktiv und schnell sie sich draußen verhalten können, so gemütliche Mitbewohner sind sie in den eigenen vier Wänden.
Im Frühjahr kann sich dieses natürliche Verhalten noch verstärken: Der Windhund liegt mehr auf seinem Schlafplatz als sonst, döst länger, spielt weniger und je älter der Vierbeiner, desto ausgeprägter lässt sich das vermehrte Ruhebedürfnis beobachten. Die Erklärung ist simpel: Frühjahrsmüdigkeit plagt nicht nur die Zweibeiner, sondern auch den Windhund, der dann gar nicht mehr so energetisch ist wie sein Ruf.
Faktoren für die Frühjahrsmüdigkeit
- Licht- und Hormonveränderungen:
Im Frühling werden die Tage wieder länger – schon im Januar merkt man, dass es länger hell bleibt. Der Körper stellt sich darauf ein und produziert andere Hormone: Melatonin, das Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert, wird bei Dunkelheit vermehrt ausgeschüttet. Im Frühjahr bei mehr Sonnenlicht wird die Produktion gedrosselt, was den Körper auf einen aktiveren Rhythmus umstellt. Diese Umstellung kann dazu führen, dass Windhunde müde und schlapp sind, da sich der Hormonhaushalt erst anpassen muss. - Wetter- und Temperaturwechsel:
Heute noch winterlich kühl, morgen schon so warm, dass beim Spaziergang der Hundemantel ausgezogen werden kann – Windhunde spüren den schnellen Wechsel von Wetter und Temperaturen, wie er im Frühling gang und gäbe ist, deutlich. Sie haben wenig Körperfett und haben Wetterumschwüngen wenig entgegenzusetzen. Das ist anstrengend für den gesamten Organismus. - Fellwechsel:
Windhunde tragen zwar keinen flauschigen Pelz wie Langhaarrassen, dennoch durchlaufen auch sie im Frühjahr den Fellwechsel. Das neue Haar muss produziert, das alte abgestoßen werden. Das kostet Energie – und die fehlt an anderer Stelle. - Allergien oder Pollenbelastung:
Schon ab Januar können die ersten Pollen fliegen – von Bäumen wie Birken, Erlen oder Haselnüssen. Auch sie können eine Belastung für den Windhund darstellen – Allergien äußern sich unter anderem durch Niesen, Husten, Jucken und Abgeschlagenheit. Sie können die klassische Frühjahrsmüdigkeit verstärken bzw. ein Teil davon sein.
Mit dem Windhund die Frühjahrsmüdigkeit überwinden
Frühjahrsmüdigkeit ist zum Glück kein Dauerzustand – wenn der Windhund sich an den Jahreswechsel gewöhnt hat, ist er wieder der Alte. Dennoch können wir ihm die Übergangsphase erleichtern:
- Spazieren gehen:
Frische Luft und gleichmäßige Bewegung macht müde Windhunde munter. Dabei gilt, es langsam angehen zu lassen und nicht sofort Vollgas zu geben. Scheint dabei die Sonne, ist es noch besser: Dann kurbelt der Körper die Serotonin-Produktion an, was die Stimmung verbessern und das Aktivitätslevel heben kann – auch beim Windhund. - Ernährung:
Vitamine und Nährstoffe, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin B, helfen dem Windhund, wieder in Gang zu kommen – bei Bedarf kann die Futterration entsprechend aufgewertet werden, um sicherzustellen, dass der Windhund über die Nahrung alles aufnehmen kann, was er benötigt. Kräuter können sich hier anbieten. Außerdem wichtig: Der Windhund sollte genug trinken, gerade, wenn die Temperaturen steigen. - Körperpflege:
Das alte Fell muss weg und mit ihm Staub und Hautschüppchen. Im Übergang zum Frühling freut sich der Windhund über eine tägliche Fellpflege. Sanftes Bürsten regt die Durchblutung an, tut der Haut gut und entfernt Schmutz und Haare. Juckreiz kann so vorgebeugt werden. - Ruhe:
Ist der Windhund besonders faul, ist das auch ein Zeichen, dass er Ruhe benötigt. Deswegen gilt gerade bei Frühjahrsmüdigkeit: Der Hund braucht seinen Schlaf. Besonders gemütlich wird der in einer Kuschelhöhle oder einem Windhundeschlafsack.
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